Die Zurückgezogenen

Kirche ist verlässliche Heimat in Krisensituationen!

Die Zurückgezogenen und die verlässliche Kirche

Kirche wie sie immer war, ganz ohne den Zwang, irgendwo zu erscheinen oder gar mitzumachen – sie zeigt sich für die Zurückgezogenen am deutlichsten bei Beerdigungen. Nicht, weil es besonders typisch für das Milieu der Zurückgezogenen wäre, eine Beerdigung zu besuchen, sondern vielmehr, weil Menschen aus diesem Milieu schwer überhaupt irgendwo anzutreffen sind. Sie sind manchmal schwer zu entdecken, besonders für Menschen, die sich für Milieus interessieren, die in der Gemeinde aktiv sind und Gemeinschaft und viele Kontakte schätzen. Die Zurückgezogenen sind auch schwer mit dem Instrument einer Befragung zu erfassen. Sie präsentieren sich nicht, schon gar nicht in der Öffentlichkeit. Sie beziehen keine extreme Meinung, jedenfalls nicht laut und vor den Ohren Fremder. Sie stechen hervor durch eine Meinung, die unauffällig wirkt: „Muss ja“ oder „geht so“. Befragungen halten für diesen Typ die Antwortmöglichkeit „weiß nicht“ bereit, aber sie ist mehr als irreführend. Denn natürlich wissen die Zurückgezogenen, was sie wollen: ein ruhiges Leben, das von allein schon aufregend genug ist, den überschaubaren Genuss, die Vertrautheit mit den wenigen, mit denen sie zu tun haben, stabile Verhältnisse. Sie mögen es, wenn sie wissen, woran sie sind. Zum Beispiel, wenn das Leben Veränderungen bereithält, womöglich aus den Fugen gerät.

Eine ausführliche Beschreibung dieses Milieus finden Sie im Buch "Milieus praktisch" ab Seite 80.

Grafik Bevölkerungsbaum: Die Zurückgezogenen im Vergleich mit der Gesamtheit der Kirchenmitglieder nach Alter und Geschlecht
Die Zurückgezogenen im Vergleich mit der Gesamtheit der Kirchenmitglieder nach Alter und Geschlecht. Der Abbildung liegen die Befragungsdaten der EKD-Studie zugrunde. Dunkel markiert ist der Anteil der Zurückgezogenen an der jeweiligen Altersgruppe der insgesamt befragten Kirchenmitglieder.